Ein Stahlhandel (oder besser Stahlhändler) kauft Stahlprodukte in großen Mengen bei Stahlproduzenten ein und verkauft sie stückweise in Kleinlosen an Kunden weiter (das können Stahlverbraucher oder weitere Stahlhändler sein). Teilweise veredelt der Stahlhändler die Stahlprodukte auch vor Auslieferung, zum Beispiel führt er Wärmebehandlungen oder Oberflächenbehandlungen durch und liefert Stahlprodukte bearbeitet in kleinen Abrufen just in time zum Kunden (z. B. gesägt, geschnitten, zentriert, in bestimmten Stückzahlen etc.).

Seit Jahren steigt der Serviceanteil der Stahlhändler, d. h. die Stahlverbraucher lagern Bearbeitungsschritte zum Stahlhandel aus, um effizienter zu arbeiten, Lagerbewirtschaftung und Kapitalbindung zu sparen. Der Stahlhändler kann im Gegenzug seine Maschinen und Anlagen besser auslasten – so entsteht ein Preisvorteil für den Abnehmer.

Wo gibt es die meisten Stahlhändler in Deutschland?

Die Stahlhandelsdichte ist in einer Region in Deutschland mit Abstand am größten: In Nordrhein-Westfalen (im Ruhrgebiet). Das liegt auf der Hand, da sich hier auch das produzierende und stahlverarbeitende Gewerbe konzentriert. Doch auch im Südwesten (Baden-Württemberg) sowie allgemein in den großen Ballungsgebieten gibt es eine größere Konzentration an Stahlhändlern.

Eine Deutschlandkarte mit Standorten aller Stahlhändler

Die Daten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; zugrunde liegen frei zugängliche Daten aus Internetbörsen.

Historisch gewachsene Strukturen

Den Stahlhandel gibt es in Deutschland schon seit der industriellen Revolution, seit der Zeit, in der sich die Massenherstellung von Stahl etabliert hat. Von jeher stehen einzelne Regionen im Fokus der Stahlbranche. War es in früheren Jahren die Hütten- und Schwerindustrie an Ruhr und Rhein, liegt auch heute noch der stahlverarbeitende Schwerpunkt Deutschlands in Nordrhein-Westfalen. Neben den großen Metropolregionen sind es vor allem Süd- und Westdeutschland, die mit einer großen Dichte an Stahlhändlern aufwarten. Die Mitte des Landes und der Osten, mit Ausnahme Sachsens und Berlins, sind hier etwas weniger dicht besiedelt.

Lokaler Stahlhandel

Mit lokalem Stahlhandel ist der klassische Stahlhändler mit Lagerstandort gemeint, der nur regional begrenzt seine Stahlprodukte weiterverkauft. Kunden sind z. B. Handwerker, lokale Baufirmen, seltener auch CNC-Drehereien oder Automobil- und Maschinenbau. Nur sehr selten liefern diese Unternehmen Stahlprodukte international oder innereuropäisch über Landesgrenzen aus, dann handelt es sich vorwiegend um Spezialstähle, die hochpreisig genug sind, dass der Transportkostenanteil an den Gesamtkosten nicht ins Gewicht fällt. Es gibt diesen Typ Unternehmen sowohl als kleines Familienunternehmen als auch als Filiale mit Konzernbindung.

Überregionale Stahlhändler

Im Vergleich zum lokalen Stahlhandel verfügen überregionale Stahlhändler ebenso über Lagerstandorte, ihr Produktportfolio haben sie aber so aufgestellt, dass sie deutschland- und europaweit Kunden bedienen. Das macht bei einfachen Stahlqualitäten keinen Sinn, da diese sowieso i. d. Regel überall verfügbar sind. Wenn man sich jedoch auf Spezialitäten konzentriert, die nicht jeder auf Lager hat, kann man damit auch 1.000 km entfernt Kunden ansprechen.

Handelsbüros / Streckenhändler

Neben den stationären Stahlhändlern mit Lagerstandort gibt es auch reine „Schreibtischhändler“ oder auch „Streckenhändler“ genannt, d. h. diese Stahlhändler wickeln ihre Geschäfte komplett ohne eigenes Lager ab. Diese Art von Geschäft hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Vorteile sind die fehlenden Kosten für Lagerbewirtschaftung sowie die fehlende Kapitalbindung für Waren. Nachteile sind dafür die eingeschränkte Flexibilität (man muss sich auf seine Partner zu 100% verlassen) und teils fehlende Möglichkeiten, Kunden zu beliefern. Auch hier gibt es sowohl unabhängige Händler als auch Konzerneinheiten. Die konzerngebundenen Händler verkaufen dann meist nur das Stahlmaterial aus den eigenen Stahlwerken.

Bei den Streckenhändlern gibt es auch richtig große Handelsbüros, die z. B. Importe aus Russland, der Ukraine oder China organisieren und das Risiko der Anlieferung bis z. B. Antwerpen oder Hamburg übernehmen. Hier zählt Masse und weniger die Marge je Tonne.

Online-Stahlhandel / Onlineshop

Dieser Typ Stahlhandel hat sich logischerweise erst mit der Nutzung des Internets etabliert. Stahlhändler betreiben Online-Shops und bieten dort alle ihre verfügbaren Stahlprodukte an. Die Online-Stahlhändler konzentrieren sich meist auf Kleinmengen, die direkt auf Maß geschnitten werden können. Dementsprechend nutzen auch viele Privatkäufer dieses Angebot. Ein Online-Stahlhandel mag nicht die großen Mengen wie ein lokaler Stahlhandel drehen, von der Marge her dürfte dieser jedoch weit mehr pro verkaufter Tonne verdienen als klassische Stahlhändler oder auch Handelsbüros.

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Statistiken

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